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September 2026: Zinsen zurück im Fokus

18. September 2026 durch
September 2026: Zinsen zurück im Fokus
Conseillers Suisse SA, Sascha Konjevic
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Wir freuen uns, Ihnen den aktuellen Finanz Blick vom 18. September 2026 präsentieren zu dürfen und wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.


Liebe Leserinnen und Leser,

Nach einer längeren Phase rückläufiger Zinserwartungen hat sich das Bild an den Kapitalmärkten deutlich verändert. Die US-Notenbank Fed erhöhte ihren Leitzins erstmals seit mehr als drei Jahren um 0,25 Prozentpunkte. Welche Auswirkungen die Zinsänderung auf die Märkte hat und was dies für Anleger bedeutet, erfahren Sie in dieser Ausgabe.

Wir wünschen Ihnen eine informative Lektüre. 




Pensionierung – das sind die grössten Sorgen der Schweizer

Die Altersvorsorge beschäftigt die Schweiz wie kaum ein zweites Thema. Eine aktuelle Studie zeigt: Erwerbstätige und Pensionierte blicken völlig unterschiedlich auf den Ruhestand – die einen mit grosser Sorge, die anderen mit bemerkenswerter Gelassenheit.

Die grössten Ängste im Überblick

Krankheit und Unfall (52 %)

Das am häufigsten genannte Risiko. Die Angst vor gesundheitlichen Einschränkungen und deren finanziellen Folgen ist omnipräsent.

Inflation und steigende Kosten (38 %)

Steigende Krankenkassenprämien und Konsumgüterpreise belasten das Budget vieler Haushalte spürbar.

AHV-Finanzierung (35 %)

Die Sorge, dass die AHV künftig nicht mehr finanzierbar ist, bleibt trotz der Reform AHV 21 bestehen.

Jobverlust (29 %)

Die Angst um den Arbeitsplatz nimmt zu – besonders bei Jüngeren.

Die Generationenkluft

Während 71 Prozent der heutigen Pensionierten angeben, ihren Lebensstandard im Alter halten zu können, trauen sich dies nur 42 Prozent der Erwerbstätigen zu. Die Schere zwischen Realität und Erwartung klafft weit auseinander. Besonders die junge Generation zeigt sich verunsichert: 49 Prozent der Gen Z sorgen sich, dereinst nicht in finanzieller Sicherheit in Rente gehen zu können. Gleichzeitig lebt über die Hälfte der jungen Menschen «von der Hand in den Mund» – langfristiges Sparen wird so zur Herausforderung.

Wissenslücken als Verstärker

Die Komplexität des Schweizer Vorsorgesystems überfordert viele. Nur 57 Prozent wissen genau, wo sie bei der Altersvorsorge stehen. Begriffe wie «Umwandlungssatz» versteht nur knapp ein Drittel. Diese Unsicherheit führt oft zu Untätigkeit – das grösste Risiko.

Fazit

Die Sorgen der Schweizer sind real: steigende Kosten, unsichere Renten und mangelndes Wissen prägen das Bild. Gleichzeitig zeigt die Zufriedenheit der heutigen Pensionierten, dass ein gut geplanter Ruhestand möglich ist.

Drei Erkenntnisse für die Praxis:
  1. Frühzeitig handeln - je früher Sie sich mit Ihrer Vorsorge befassen, desto mehr Handlungsspielraum bleibt.
  2. Wissen aufbauen – nutzen Sie Beratungsangebote und informieren Sie sich. Unwissenheit ist der grösste Feind der Vorsorge
  3. Realistisch bleiben – der Traum der Frühpensionierung ist schön, aber oft teuer. Rechnen Sie mit nüchternen Zahlen.

"Die grösste Gefahr liegt nicht in den Herausforderungen selbst, sondern darin, aus Unsicherheit nichts zu tun. Eine klare Bestandsaufnahme und ein strukturierter Plan sind die besten Mittel gegen die Sorgen um die Pensionierung."

Bruno Litvic
Finanzplaner mit eidg. FA 


Zinsen zurück im Fokus - die Notenbanken werden vorsichtiger

Nach einer längeren Phase rückläufiger Zinserwartungen hat sich das Bild an den Kapitalmärkten deutlich verändert. Die US-Notenbank Fed erhöhte ihren Leitzins Mitte September erstmals seit mehr als drei Jahren um 0,25 Prozentpunkte auf eine Bandbreite von 3,75 bis 4,00 Prozent.

Hauptgrund bleibt die hartnäckige Inflation. Insbesondere hohe Energiepreise und eine weiterhin robuste US-Wirtschaft erschweren eine nachhaltige Rückkehr zum Inflationsziel von 2 Prozent. Gleichzeitig signalisiert die Fed, dass die aktuelle Zinserhöhung möglicherweise nicht die letzte gewesen sein dürfte.

Auch in Europa hat sich der geldpolitische Wind gedreht. Die Europäische Zentralbank erhöhte ihren Einlagenzins im September auf 2,50 Prozent. Damit rückt ein Szenario wieder stärker in den Vordergrund, das die Finanzmärkte zu Jahresbeginn kaum erwartet hatten: Zinsen könnten länger erhöht bleiben oder sogar nochmals steigen.

Was bedeutet dies für die Finanzmärkte?

Höhere Zinsen erhöhen die Finanzierungskosten für Unternehmen und machen gleichzeitig Obligationen und andere verzinsliche Anlagen wieder attraktiver. Besonders hoch bewertete und stark zinssensitive Aktien können dadurch stärker unter Druck geraten.

Die erste Reaktion der Märkte auf den Fed-Entscheid fiel entsprechend volatil aus. Die Renditen kurzfristiger US-Staatsanleihen stiegen, der US-Dollar legte zu und die Aktienmärkte reagierten zunächst mit Kursverlusten. Bereits am Folgetag zeigte sich jedoch eine Stabilisierung.

Dies unterstreicht: Nicht allein die Höhe der Zinsen ist entscheidend, sondern die Frage, wie sich Inflation, Unternehmensgewinne und Wirtschaftswachstum in den kommenden Monaten entwickeln.

Schweiz in einer besonderen Ausgangslage

Die Schweiz befindet sich weiterhin in einer anderen Situation. Der SNB-Leitzins liegt aktuell bei 0 Prozent und die Inflation ist deutlich moderater als in vielen anderen Industrieländern.

Damit bleibt die Zinsdifferenz zwischen der Schweiz und dem Ausland erheblich. Für Schweizer Anleger können sich daraus sowohl Chancen als auch Währungsrisiken ergeben. Die nächste geldpolitische Lagebeurteilung der Schweizerischen Nationalbank Ende September dürfte deshalb besonders aufmerksam verfolgt werden.

Unsere Einschätzung

Die Kapitalmärkte dürften auch in den kommenden Wochen von erhöhten Schwankungen geprägt bleiben. Wir sehen jedoch keinen Grund, sich grundsätzlich von Aktien zurückzuziehen.

Vielmehr gewinnt die Qualität der einzelnen Unternehmen weiter an Bedeutung. Solide Bilanzen, robuste Cashflows, nachhaltige Dividenden und eine starke Marktposition bieten in einem Umfeld höherer Zinsen einen wichtigen Stabilitätsfaktor.

Wir bevorzugen deshalb weiterhin qualitativ hochwertige Unternehmen und verfolgen einen selektiven Anlageansatz. Gleichzeitig eröffnet das höhere Zinsniveau auch bei Obligationen und strukturierten Anlagen wieder interessante Ertragsmöglichkeiten.

"Unser Fokus bleibt unverändert: Risiken kontrollieren, attraktive Erträge erzielen und kurzfristige Marktschwankungen gezielt für langfristige Chancen nutzen."

Sascha Konjevic
Finanzplaner mit eidg. FA

 

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